Natürliche Pferdehaltung

Ein Pferd braucht drei Dinge, um gesund zu sein. Erstens Freunde, zweitens Bewegung und drittens die durchgängige Möglichkeit, auf Zellstoffen (Ballaststoffen) zu kauen. Wenn nur eine dieser Bedingungen nicht gegeben ist, kann ein Pferd nicht vollkommen gesund sein.

Unsere Herden leben rund um die Uhr im Freien

Unsere Pferde leben in Herden und können sich auf unseren 13 000 m2 umfassenden Weiden und Koppeln frei bewegen, in großzügig angelegten Unterständen Zuflucht suchen und jederzeit miteinander interagieren. All dies hat nachweislich einen positiven Effekt auf die physische und psychische Gesundheit von Pferden. Während in der traditionellen Pferdehaltung die Weiden meistens tadellos gepflegt ohne Unkraut und mit hohen Zäunen daherkommen, sind unsere Weiden und Koppeln steinig und uneben und weisen viele verschiedene Baumarten, Pflanzen, Gräser und Unkraut auf.

pasture & paddocks

Ernährung

Der Schlüssel für die optimale Ernährung eines Pferdes liegt darin, die natürlichen Bedingungen so gut wie möglich zu imitieren. Um also eine ausgewogene Ernährung sicherzustellen, müssen Pferde die Möglichkeit haben, viele verschiedene Ballaststoffe zu sich zu nehmen. Wildpferde laufen oftmals mehr als 20 km täglich, um diese für sie so wichtigen Stoffe zu finden. Durch die ständige Bewegung auf der Suche nach geeigneter Nahrung und die Möglichkeit, viele kleine Mahlzeiten während des Tages zu sich zu nehmen, wird eine optimale Verdauung und Nährstoffverwertung sichergestellt. Pferde verfügen von Natur aus über die ungewöhnliche Eigenschaft, genau zu spüren, welche Kräuter und Nährstoffe ihr Körper benötigt, so dass die Entstehung von nahrungsbedingten Problemen von vornherein vermieden wird. Da der Magen von Pferden im Vergleich zu ihrer Körpergröße verhältnismäßig klein ist, müssen sie 18 Stunden am Tag grasen, um die benötigte Nahrungsmenge aufzunehmen. Grundsätzlich fressen Pferde weitaus mehr als nur Gräser und Heu. Baumrinde, Blumen, Blätter, Kräuter, Unkraut und sogar dornige Pflanzen gehören ebenso zu ihrer Nahrung. Zudem lecken sie an erd- und eisenhaltigen Oberflächen, um Mineralien aufzunehmen. Pferde, die freien Zugang zu einer Vielfalt an Nahrung haben, können genau einschätzen, was ihnen gut tut und was nicht - sie würden beispielsweise niemals ohne Not giftige Pflanzen fressen.

feeding

Diesen Prinzipen der natürlichen Nahrungsaufnahme entsprechend haben unsere Pferde nicht nur die Möglichkeit rund um die Uhr eine Vielzahl an verschiedenen Gräsern und Pflanzen, die auf unseren Weiden wachsen, zu fressen, sondern wir geben ihnen zusätzlich dreimal täglich sorgfältig ausgewählte Gräser von verschiedenen Böden.
Um das Risiko von Wurmerkrankungen zu vermeiden, säubern wir unsere Wiesen täglich vom Kot der Pferde. Zudem haben unsere Pferde freien Zugang zu sauberem Wasser und zu Mineralien, die sie entsprechend ihrer persönlichen Bedürfnisse jederzeit zu sich nehmen können. Lokale Pferderassen - wie unsere Sandelwood- und Sumba-Ponys - brauchen für eine optimale Ernährung nur Gräser und Heu. Größere Pferde brauchen normalerweise zusätzliche Nahrung, um ihre optimale Leistungsfähigkeit zu erreichen. Für sie haben wir eine Mischung aus organischen und frischen Zutaten wie Weizenkleie, Reiskleie und Mais zusammengestellt. Zusätzlich reichern wir das Ganze noch mit Mineralien an, die laut wissenschaftlichen Studien in der Natur vorkommen, und passen sie dem PH-Wert des Bodens an, auf dem unsere Pferde leben (siehe dazu auch in den Literaturtipps: Pat Coleby (Bibliothek). In unserem Pferdefutter sind keinerlei künstliche Zusätze, Sirup oder Süssstoffe enthalten. Das glänzende Fell, die starken Hufe und der sehr gute Allgemeinzustand unserer Pferde verdeutlich anschaulich, dass eine solche Ernährung essentiell ist, um ihre Gesundheit zu erhalten.

 

Paarung und Fohlen

Wir geben unseren Mutter- und Vatertieren die Möglichkeit, sich frei fortzupflanzen. So durften wir bereits die Geburt von mehreren Fohlen innerhalb unserer Herde miterleben, wie unter anderem von Fitri (September 2009). Vorausgesetzt es gibt keine Komplikationen kann ein gesundes Pferd ohne Hilfe von Menschen gebären. Die Geburt findet normalerweise zwischen 2 und 4 Uhr nachts statt, da zu dieser Uhrzeit in der Natur keine für Pferde gefährlichen Raubtiere aktiv sind. Wir mischen uns also im Regelfall bei der Geburt nicht ein, sondern lassen der Natur ihren freien Lauf. Am frühen Morgen können wir uns dann umso mehr über die schöne Überraschung freuen, wenn das Neugeborene bereits wacklig auf seinen Beinchen steht, um die erste Muttermilch zu trinken.

breeding & foaling

Die Trennung, oder die Entwöhnung, eines Fohlens von seiner Mutter findet im Alter von acht oder mehr Monaten statt. Das Fohlen wird uns zeigen, wenn es bereit ist, sich zu trennen. Auf diese Weise wird es keinerlei Trauma erleiden, wenn wir es einer anderen Pferdegruppe zuordnen - es kann seine Mutter allerdings jederzeit noch sehen. Auf diese Weise läuft die Trennung beiläufig und ohne Drama ab. Das Fohlen wird von seiner Mutter und anderen Pferden in der Herde aufgezogen und wächst so zu einem sozialen, ausgeglichenen Pferd heran.